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Wie du helfen kannst

Fremd und allein in einem unbekannten Land, man versteht die Menschen nicht, alles ist neu, vielleicht erschreckend und ungewöhnlich. Da ist es eine Wohltat, wenn einen die Menschen freundlich anlächeln und grüßen. Eine kleine Tat mit großer Wirkung.
Man kann aber auch mehr tun: das nicht gebrauchte Fahrrad spenden, für das Café Kuchen backen, bei der Wohnungssuche oder beim Umzug helfen, bei Behördengängen begleiten, als Ansprechpartner für eine Familie zur Verfügung stehen,....
Jeder, der helfen will, tut das, was er kann und was er möchte – nach dem Motto: Augen auf und hilf. Weil keiner alles weiß und kann, deshalb helfen und beraten sich die Unterstützer untereinander oder geben Tipps, wo es professionelle Hilfe gibt. Auch Flüchtlinge können und wollen anderen Flüchtlingen helfen.  

Wer mithelfen möchte, kann sich im Café oder bei den Mitgliedern des Helferkreises melden. Es gibt viel zu tun. Packen wir's an!

Sachspenden

Gebraucht werden Fahrräder und Mofas, gut erhaltene Möbel, Hausrat, Kleidung, Kinderspielzeug, Computer, ...Die meisten Flüchtlinge kommen mit dem an, was sie am Leib tragen. Um beispielsweise zum Sprachkurs in Trier oder in der Remise zu kommen, brauchen sie ein Fahrrad. Um Deutsch zu lernen oder sich über die Lage ihrer Angehörigen zu informieren, einen PC. Wenn sie aus den städtischen Wohnungen ausziehen müssen, wird ein ganzer Hausstand benötigt. 

Weil es in Ehrang kein Lager für Sachspenden gibt, werden die Spender gebeten, ihre Spenden zu melden und so lange aufzubewahren, bis sie Verwendung finden.

Sprachpaten

Damit Flüchtlinge sich schnell integrieren und frühzeitig arbeiten können, müssen sie möglichst rasch Deutsch lernen. In den Sprachkursen lernen sie deutsche Wörter und Grammatik, haben aber zu wenig Gelegenheit zu sprechen. Hier können Sprachpaten helfen. Paten treffen sich regelmäßig mit einem Flüchtling. Der Flüchtling spricht, der Pate hört zu und korrigiert eine falsche Aussprache. Das hilft ungemein. Wer sich mit wem trifft, wie oft man sich trifft und wo, worüber man spricht: All das klären die Flüchtlinge und die Sprachpaten selbst untereinander.

Helfer im Café

Das Café ist der Treffpunkt für Flüchtlinge und Ehranger. Man lernt sich kennen, spricht miteinander, vereinbart etwas, spielt mit den Kindern – und das alles in entspannter Atmosphäre. Damit das möglich ist, braucht es: Helfer beim Herrichten und Aufräumen, Spender von Kuchen, Obst oder anderen Leckereien, Helfer beim Kaffeekochen und Spülen, Besucher.

Paten

Das klassische Modell: Ein Ehrenamtlicher kümmert sich um eine bestimmte Familie, er ist Ansprechpartner bei Fragen und Problemen, vermittelt bei/zu Behörden und professionellen Ansprechpartnern, schaut nach dem Rechten, macht auf Fehler im Alltagsleben aufmerksam und gibt so ein Gefühl von Sicherheit und Angenommensein - der Integrationshelfer schlechthin. In Ehrang haben wir kein verbindliches Modell, wie das im Einzelnen geht, in der Praxis finden Flüchtlinge und Helfer schnell den für sie passenden Weg.

Behördenkontakte

Das Kind muss geimpft werden, das Jobcenter lädt zu einem Gespräch ein und der Flüchtling weiß nicht, wo die Gneisenaustraße ist und wie er dorthin kommt. Das Bundesamt schreibt einen Brief, und der Flüchtling versteht nur Bahnhof. Auch bei kniffligen Fragen kann Unterstützung Gold wert sein: Kann man gegen einen Behördenbescheid Widerspruch einlegen? Muss ich in der zugewiesenen Wohnung bleiben? Bei Behördengängen ist in der Regel die Begleitung durch einen ehrenamtlichen Unterstützer schier unverzichtbar: Der Unterstützer hat keine Angst, er versteht alles und kann im Nachhinein in Ruhe dem Flüchtling alles erklären und einordnen.

Wohnen

Flüchtlinge kommen zunächst in Wohnungen, die die Stadt angemietet hat und die sie den Flüchtlingen zuweist. Wenn über den Asylantrag entschieden ist, müssen sie die städtischen Wohnungen verlassen und eine Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt suchen. Solange sie nicht arbeiten können, bezahlt das Jobcenter die (gedeckelte) Miete. Mit der Wohnungssuche sind die Flüchtlinge in der Regel überfordert (sie können z.B. keine Wohnungsanzeigen lesen). Für Helfer geht es darum, Wohnungen zu suchen oder Vermietern die Angst zu nehmen, an Flüchtlinge zu vermieten, indem sie darauf hinweisen, dass es bei Fragen oder Problemen Ansprechpartner gibt. Für den Umzug wird ein entsprechend große Auto gebraucht (der Führerschein der Flüchtlinge gilt in Deutschland nicht), Elektroanschlüsse müssen hergestellt werden, fehlendes Mobiliar und Hausrat muss in Abstimmung mit dem Sozialamt oder dem Jobcenter in einer der Möbelbörsen oder aus den angebotenen Sachspenden besorgt werden. Niemand muss alles können, je mehr Helfer, umso einfacher geht es.

Integration in Arbeit

Die meisten Flüchtlinge möchten unbedingt arbeiten. Wer hartes Arbeiten gewohnt und monatelang zum Nichtstun verurteilt ist, dem fällt die Decke auf den Kopf. Aber: Bis zur Anerkennung ist Erwerbsarbeit verboten. Möglich sind nur unentgeltliche Praktika. Aber diese Praktika sind ein Einstieg in die deutsche Arbeitswelt. Hier sind Menschen mit Berufserfahrung gefragt: den Flüchtlingen erklären, welche Berufe in Deutschland für sie in Frage kommen, die Flüchtlinge zu einer der zahlreichen Beratungsstellen begleiten, um einen Weg in qualifizierte Arbeit zu finden (Berufsanerkennungsverfahren, Qualifizierungsmaßnahmen, Bewerbungen), über Arbeitgeber in Ehrang und Umgebung informieren, die man wegen eines Praktikums oder eines Arbeitsplatzes anfragen kann - oder eine Möglichkeit suchen, wo Flüchtlinge sich untereinander helfen können.

Flüchtlinge helfen Flüchtlingen

Auch Flüchtlinge können anderen Flüchtlingen helfen, und das tun auch viele. Da ist der Anstreicher, der Flecken an der Wand beseitigt, der Apotheker gibt Gesundheitsratschläge, die Psychologin hilft bei Schlafstörungen traumatisierter Kinder, der Schreiner hilft beim Aufbau der Küche, der Mechaniker hilft bei der Fahrradreparatur. In der „Biete- Suche“-Liste, die von den Sozialarbeiterinnen der Diakonie gepflegt wird, finden Angebot und Nachfrage zusammen.