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In den Herkunftsländern ist die Ausbildung anders organisiert als in Deutschland: es gibt keine duale Berufsausbildung im Betrieb und der Berufsschule. Entweder lernt man den Beruf in einer weiterführenden Schule oder man lernt durch die Praxis. 

Unterschiedlich sind auch die Einstiegsvoraussetzungen für eine Bewerbung: In Deutschland zählen vor allem Zeugnisse, Diplome und schriftliche Beurteilungen. In den meisten Herkunftsländern ist dagegen – mit Ausnahme der akademischen Berufe – vor allem wichtig, was die Bewerber im Berufsalltag leisten bzw. geleistet haben. Unabhängig von seinem Asylstatus kann jeder Asylbewerber eine Anerkennung seiner beruflichen Qualifikationen beantragen. Sobald das Arbeitsverbot nicht mehr gilt, wird dadurch die Erfolgsaussicht auf dem Arbeitsmarkt erhöht bzw. bei reglementierten Berufen (wie z.B. Krankenpfleger) eine Berufsausübung ermöglicht.

Ein weiterer Unterschied besteht in der Rolle der Frauen: Sie kommen aus Gesellschaften in denen die Berufstätigkeit eine eher untergeordnete Rolle spielt und die Frauen für den Haushalt und die Kinder verantwortlich sind. Unter den weiblichen Flüchtlingen in Ehrang waren aber auch einige berufstätig: eine Krankenschwester, zwei Lehrerinnen, eine Historikerin und eine Psychologin.

Berufe der männlichen Flüchtlinge: Anstreicher, Apotheker, Bauarbeiter, Bau-Ingenieur, Einzelhandelskaufmann, Elektro-Ingenieur, Eisenflechter, Fliesenleger, Flugzeugmechaniker, KFZ-Mechaniker, Zweiradmechaniker, Lehrer, LKW-Fahrer, Mikrobiologe, Schreiner, Schweißer. 

Einige wenige Flüchtlinge sind Analphabeten und haben als Helfer in unterschiedlichen Branchen gearbeitet.